Diagnose Lymphdrüsenkrebs: Personal Diary #1.

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Diagnose Lymphdrüsenkrebs – Mein Blog Diary

 

„Frau Schäfer, ich muss Ihnen leider mitteilen: Sie haben Lymphdrüsenkrebs.“ BUM. Da war sie, die Diagnose, die ich wirklich so sehr gefürchtet habe. Die vor zwei Wochen mein Leben auf den Kopf gestellt hat und irgendwie auch in dieser kurzen Zeit schon so viel in meinem Kopf, in meinem Denken und auch in meinem Körpergefühl änderte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schon so richtig realisiert habe, was da noch auf mich zukommen wird und was gerade in meinem Körper los geht. Ob ich realisiert habe, dass ich krank bin. Dass ich Krebs habe. Es fühlt sich immer noch komisch an, diesen Satz zu sagen, geschweige denn zu schreiben. Doch ja, es ist wahr: ich habe Krebs und ich werde kämpfen! Ich werde das überstehen, zusammen mit euch und mit dem besten Umfeld, das man sich wünschen kann!

Nicht nur in der aktuellen Zeit während der Diagnose, sondern auch in der Zeit davor, seitdem ich diese Symptome habe, die mir und meinem Körper zeigen wollten, da stimmt irgendwas nicht, war ich unglaublich froh über meine Familie und meine Freunde. Ohne die würde ich aktuell nichts schaffen und sie waren auch diejenigen, die mich damals immer wieder angetrieben haben, meinen gesundheitlichen Problemen auf der Spur zu bleiben. Um endlich rauszufinden, was da mit mir nicht stimmt.

 

 

 

Meine Symptome des Lymphdrüsenkrebs

 

Genau genommen fing es Anfang 2021 an. Ich wusste, da stimmt irgendwas nicht. Mit den Jahren habe ich nicht nur ein unglaublich gutes Mindset, sondern auch ein sehr gutes Körpergefühl aufgebaut. Ich würde es als „Body-Mind-Connection“ benennen. Der Sport, ein gesunder und aktiver Lifestyle, Yoga und regelmäßiges Meditieren haben auf jeden Fall einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich meinen Körper und auch meinen Geist besser kennen lernen und in Einklang bringen konnte. Vor ein paar Jahren hätte ich die Symptome wohl einfach so sein lassen und hätte mir gedacht: „Das wird schon wieder“. Doch mein Körper hat nicht locker gelassen. Im Januar 2021 begannen meine Schlafstörungen, die anfangs nicht so schlimm waren, doch mit der Zeit immer heftiger wurden. Sie kamen in Kombination mit einem Hautjucken von Kopf bis Fuß, das sich anfangs ebenfalls in Grenzen hielt und meistens erst nachts auftrat. Das Hautjucken hat mich dann natürlich vom Schlafen abgehalten und ich war tagsüber nicht so leistungs- und aufnahmefähig, wie ich es sonst von mir gewöhnt bin.

Zusammen mit diesen Symptomen hatte ich eine unglaubliche innere Unruhe. Ich konnte weder still sitzen, noch mich lange auf eine Sache konzentrieren. Es war wirklich so, als wollte mir mein Körper sagen, dass etwas nicht richtig ist. Anfangs schob ich alles auf Stress, die Corona Situation, den unglaublich langen Winter und meine Beziehung, die rund um den Zeitraum scheiterte. „Das wird schon wieder“ dachte ich mir jedes Mal. Ich habe mir bewusst mehr Zeit für mich selbst genommen, um den Stress zu reduzieren. Leider wurde es aber nicht besser, sondern immer schlimmer.

Im Februar entschied ich mich dann, einen Heilpraktiker aufzusuchen. In der Natura Heilpraxis habe ich nicht nur ein tolles Life Coaching, sondern auch regelmäßige Infusionen und weitere Behandlungen bekommen. Ich war mir wirklich sehr sicher, dass sich meine Probleme nun bessern werden und ich keine Ärzte aufsuchen muss (bis dahin hatte ich immer so meine eigene Meinung zu Ärzten und bin wirklich nur in eine Praxis, wenn GAR NICHTS mehr ging. Da ich aber bisher immer ein sehr gesunder Mensch war, haben sich meine Arztbesuche meist eher auf Vorsorgeuntersuchungen beschränkt.) Leider wurde es auch durch die zahlreichen Besuche bei meinem Heilpraktiker nicht besser – ich hatte aber immerhin das Gefühl, dass mich die Vitamin Infusionen fit gehalten haben, denn zu dem Zeitraum war mein Schlaf schon eine absolute Katastrophe und ich habe meist pro Nacht nicht mehr als 3 Stunden geschlafen, auch wenn ich tot müde war. Komischerweise konnte ich meinen Alltag trotzdem echt gut bewältigen, habe weiterhin jeden Tag Sport gemacht und war eigentlich auch tagsüber relativ fit und wach.

 

 

 

Der Ärzte Marathon

 

Ich habe wirklich jetzt im Nachhinein keine Ahnung, wie ich es so lange mit dem Juckreiz aushalten konnte. Irgendwann habe ich mich dazu entschlossen, ein großes Blutbild machen zu lassen und bei einer Endokrinologin meine Hormone, den Cortisol- und Adrenalinspiegel untersuchen zu lassen. Ich war mir mittlerweile (und nach zahlreichen Google Suchen) sicher, dass ich bestimmt etwas an der Schilddrüse habe. Bei uns liegt das auch in der Familie und ja, das musste es sicher sein. In meinem Blutbild wurden dann allerdings ganz andere Dinge gefunden: Die Schilddrüsen Werte waren absolut in Ordnung, es wurden aber Schimmelpilzspuren festgestellt und eine Histaminunverträglichkeit! Das war bestimmt die Lösung dachte ich mir! Als Symptom einer Unverträglichkeit ist Juckreiz schließlich auch nicht selten. Doch auch der Verzicht auf histaminhaltige Nahrungsmittel, Allergietabletten und die Beseitigung des Schimmels, den ich im Badezimmer gefunden habe, lösten meine Probleme nicht. Das Ergebnis der Endokrinologie kostete mit nur einige Euros, aber auch keine wirkliche Auflösung.

Ich ließ die Sache erstmal auf sich beruhen, bis ich dann irgendwann wirklich dachte, ich werde verrückt und bilde mir das alles ein. Das mit dem Juckreiz und Schlaf ist doch bestimmt psychisch dachte ich mir. Bis wieder zwei Monate vergingen und es nicht besser wurde. Ich rannte von Arzt zu Arzt (Hautarzt, Allgemeinmediziner, Frauenarzt…) und es wurde keine Lösung gefunden.

 

Im Mai stand dann endlich mein langersehnter Urlaub an – es ging nach Dubai und ich war mir sicher, im Urlaub wird alles besser. Der Stress wird von mir abfallen, die Sonne und das Meer werden meiner Haut bestimmt gut tun. Falsch gedacht. Hier wurde alles nur noch schlimmer – ich schlief pro Nacht vielleicht 3 Stunden und wurde fast verrückt mit diesem Juckreiz. Zum Glück hatte meine Freundin einen richtig guten Schlaf und hat nichts von meinen nächtlichen Juckreiz Attacken mitbekommen. Einen ruhigen Schlaf fand ich nur, wenn ich abends eine starke Schlaftablette nahm. Doch eigentlich war ich ja total gegen chemische Tabletten und somit war das für mich auch wirklich nur eine ABSOLUTE Notlösung. Mir ging es wirklich so schlecht, dass ich mich dann entschlossen habe, meinen Besuch in Dubai etwas zu verkürzen und in München noch einen Besuch in der Praxis von Dr. Schleicher-Brückl auszumachen. Die Ärzte dort fokussieren sich auf ganzheitliche Medizin und da eine meiner besten Freundin dort Patientin ist und absolut zufrieden mit der Behandlung, fühlte ich mich dort auch direkt wohl.

In Berlin rannte ich dann auch wieder von Arzt zu Arzt, machte Allergietests, Unverträglichkeitstests und kaufte mir dann in der Apotheke sogar eine Salbe gegen Krätze, da ich schon das Gefühl hatte, es lebt etwas unter meiner Haut!! Ich kann euch wirklich nicht beschreiben, wie schlimm der Juckreiz irgendwann wurde, es ist einfach nur anstrengend sage ich euch. Mittlerweile war der Juckreiz auch tagsüber da, an besonders heißen Tagen wurde es noch schlimmer. Ich schmiss hunderte an Euros für teuere Cremes, Tabletten und Salben aus dem Fenster – nichts half.

Bis mir dann vor etwa 5 Wochen wie aus dem Nichts der Lymphnoten am Hals (direkt über dem Schlüsselbein) anschwoll. Ich kann jetzt im Nachhinein nur sagen, wie unglaublich froh ich bin, dass das passierte. Sonst wäre ich NIEMALS auf die Diagnose gekommen und hätte wohl noch monatelang weitergesucht und hätte mich verrückt gemacht. Anfangs dachte ich, dass die Schwellung bestimmt von einer Allergie oder einer verschleppten Infektion kam. Bis dann ein paar Tage später die Heilpraktikerin im MyDerma Institut, bei dem ich als Social Media Managerin arbeite, meinte: „Laura, geh bitte sofort zum Arzt und lass das abchecken!“. Sie machte mir in dem Moment wirklich Angst und somit habe ich direkt einen Akuttermin in einer HNO Praxis für den Nachmittag ausgemacht.

 

Hier wurden einige Untersuchungen gemacht, Blut abgenommen und letztendlich ein Antibiotika verschreiben, dass ich dann 7 Tage einnehmen sollte. Der Lymphknoten verkleinerte sich minimal, doch war leider immer noch sehr groß und mittlerweile zu einem Bündel aus 3 Lymphknoten angeschwollen. Ein paar Tage waren dann auch meine Blutwerte da und es wurde festgestellt, dass Borrelio Bakterien im Blut sind. Diese können durch Zecken oder Mücken übertragen werden. Was hieß das für mich? Nochmal Antibiotika für 10 Tage. Leider wurden die Lymphknoten nicht kleiner, sondern sind sogar noch etwas angeschwollen, auch der Juckreiz und die Schlafstörungen waren weiterhin da. Also bin ich ein paar Tage später wieder zum HNO Arzt. Und da wurde es dann ernst.

Der Arzt meinte, wir müssen uns das genauer ansehen und hat direkt für den nächsten Tag einen Besprechungstermin in der Klinik für mich ausgemacht. Der Lymphknoten sollte entnommen werden, damit man ihn im Labor untersuchen kann. Ich sollte dafür 2-3 Tage in der Klinik bleiben. Das war der erste Moment, in dem ich so richtig wahr nahm, WIE ernst die Lage doch war. Ich war bisher noch nie in meinem Leben in einer Klinik, wurde noch nie operiert, hatte noch nie eine Vollnarkose und wusste auch wirklich nicht, wie ich das alles alleine schaffen sollte. Die Klinik war eine Stunde von Berlin entfernt, meine Eltern in München und ich habe mich in dem Moment so allein wie noch nie gefühlt. Meine Eltern meinten zwar direkt, sie würden nach Berlin kommen, doch das wollte ich irgendwie auch nicht. Ich wollte ihnen nicht zur Last fallen und stehe das auch alleine durch, dachte ich. Ehrlich gesagt musste ich dann aber im Auto 1-2 Tränchen verdrücken, weil mich die Situation echt kurz aus der Bahn geworfen hat.

 

 

Krankenhaus & OP

 

Die Tage im Krankenhaus und auch die OP verliefen eigentlich relativ gut. Die Zeit war schnell vorbei und ich habe zum Glück auch alles gut weggesteckt. Das Einzige was echt mies war: Ich hatte bis zur Entlassung immer noch keine Ergebnisse und wusste nicht, was denn nun mit mir los war. Das Bangen hielt das ganze Wochenende an, bis ich am Montag morgens aus dem Bett geklingelt wurde ich der HNO mich mittags in die Praxis zur Befundbesprechung bestellte. Ihr könnt euch vorstellen, WIE aufgeregt ich war. Auf der einen Seite wusste ich, dass ich mit allem rechnen musste, auf der anderen Seite rechnete ich aber nicht damit, dass es etwas Schlimmes sein würde. Ich dachte mir nur: „Mir geht es doch jetzt nicht so gut (bis auf den Juckreiz und die Schlafstörungen), wenn es etwas wirklich gravierend Schlimmes wäre“. Das redete ich mir zumindest bis zur letzten Minute ein.

Bis mich der Arzt ins Sprechzimmer rief und ich merkte, wie schnell mein Herz raste. Ich begrüßte den Arzt mit: „Ich habe wirklich gerade richtig Angst!“. Er antwortete daraufhin: „Das glaube ich Ihnen Frau Schäfer.“ Und da hatte ich irgendwie schon im Gefühl, dass die Diagnose schlimm sein würde. Sonst hätte er doch bestimmt sowas wie: „Sie brauchen keine Angst haben Frau Schäfer.“ geantwortet. Ich setze mich zitternd auf den Stuhl und bemerkte direkt den mitleidigen Blick. Bis er mir die Diagnose „Hodgkin Lymphom“, also Lymphdrüsenkrebs verkündete. Ich glaube, wenn es möglich gewesen wäre, dann hätte er mich auch in den Arm genommen.

 

Wir besprachen dann noch kurz, wie es weiter gehen würde und ich konnte mich tatsächlich bis ich zuhause war zusammen reißen. Dann brach alles über mir zusammen, ich musste richtig schlimm anfangen zu weinen und rief erstmal meinen Papa an. Mindestens 20 Taschentücher später ging es mir dann ein bisschen besser – die Tränen halfen mir. Eine Freundin kam vorbei und begleitete mich auf dem Weg zur Onkologin, wo ich direkt nachmittags einen Termin bekommen habe. Sie klärte mich ein bisschen über die ganze Sache auf und war relativ entspannt, was meine Nerven wiederum auch ein wenig beruhigte. Zum Glück war meine Freundin dabei, die alle Informationen für mich mit aufnahm. Ich glaube, mein Kopf war an dem Tag eher weniger aufnahmefähig.

 

 

 

 

 

Die Zeit nach der Diagnose Lymphdrüsenkrebs

 

Am nächsten Tag kamen auch direkt meine Eltern zu mir nach Berlin. Anfangs wollte ich das gar nicht und meinte nur: „Ihr braucht nicht extra wegen mir kommen.“ Jetzt kann ich nur sagen – ohne meine Eltern an der Seite hätte ich die letzte Woche wirklich nicht überstanden. Es standen zahlreiche Arztbesuche an, ich musste Dinge klären, über die ich mir bisher nie Gedanken gemacht habe und erstmal mit der ganzen Situation klarkommen. Hier werde ich euch aber nochmal detailliert einen Blogpost machen, denn mit der Diagnose allein war es nicht getan. Bevor die Chemotherapie beginnt, stehen zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen an, die man leider als Krebspatient mit berücksichtigen muss. Das Ganze ist nicht ohne, kann ich euch gleich sagen. Bisher habe ich aber alles gut gemeistert und muss auch sagen, dass ich mit der ganzen Sache echt gut umgehen kann.

Ich denke mir einfach nur „It is, what it is“. Ich kann an der ganzen Situation nichts ändern, das Schicksal wollte es scheinbar so und wenn ich jetzt den Kopf in den Sand stecke, werde ich das alles nicht überstehen. Positive Gedanken, ein starkes Mindset und Good Vibes können so viel beeinflussen – egal in welcher Lebenssituation. Ich sehe der 1. Chemo natürlich schon auch sehr ängstlich entgegen, da ich ja nicht weiß, wie ich auf alles reagieren, werde, welche Nebenwirkungen aufkommen usw., doch auf der anderen Seite denke ich mir: „Endlich habe ich eine Diagnose, endlich werde ich gesund und ENDLICH wird dieser unmenschlich nervige Juckreiz weggehen!“.

 

 

 

Mein Weg mit dem Krebs

 

Für mich war es ehrlich gesagt direkt klar, dass ich euch auf meinem Weg mitnehmen werde. Direkt einen Tag nach der Diagnose habe ich mich hingesetzt und zwei IGTV aufgenommen, um euch aufzuklären, was denn nun bei mir los ist. Ich habe euch schließlich auch den ganzen Leidensweg mit meiner Suche nach der Diagnose mitgenommen und somit war mir klar, ich will euch weiterhin mitnehmen! Ich habe noch nie so viel Support, Zuspruch und Hilfe von meine Community bekommen und bin einfach nur gerührt. Ihr seid echt die Besten! Nach meiner Veröffentlichung haben mir auch unglaublich viele Mädels geschrieben, die ebenfalls gerade im Cancer Fight sind oder die schwierige Zeit schon überstanden haben. Mir gibt das so viel Kraft, ich kann es euch gar nicht sagen. Ich finde es super schön, dass man über Social Media so zusammen wachsen, sich gegenseitig motivieren, stärken und Erfahrungen austauschen kann. Somit starte ich heute mein „Krebs Diary“ auf dem Blog und werde euch nicht nur hier, sondern natürlich auch bei Instagram und auf meinem YouTube Channel regelmäßig Updates geben.

 

Bis ganz bald und #staystrong People!

 

 

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2 Kommentare

2 Antworten zu “Diagnose Lymphdrüsenkrebs: Personal Diary #1.”

  1. Lo sagt:

    Lieb u muchoooo Schatz und bin so Stolz auf dich wie du es alles meisterst und so ein krasses Mindset behältst. Absolutes Vorbild. Bin so froh dich zu haben

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